Madagaskar

Madagaskar mutet allein schon aufgrund seiner Lage, seiner üppig-tropischen Vegetation und seiner unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen geheimnisvoll an. Kurios wird es immer dann, wenn man sich ein wenig genauer im Land umsieht – und dabei auf verbotene Plätze und seltsame Rituale trifft.

Insbesondere Ausländer werden oftmals zu hören bekommen, etwas sei fady – was letztlich meint, dass es verboten ist. Fady können Taten sein – Ehebruch beispielsweise wird mit Freiheits- oder Geldstrafen geahndet – oder aber Orte, an die man sich nicht begeben darf. Generell zu sagen, was verboten ist, ist praktisch unmöglich, da jeder Stamm seine eigenen Verbote kennt. Ausgesprochen werden die Tabus entweder von Respektspersonen aus dem Dorf oder von ebenfalls sehr angesehenen Astrologen. Um nicht versehentlich ein Tabu zu brechen bietet es sich an, sich in Madagaskar auf die Hilfe eines lokalen Guides zu verlassen – er kennt die Fadys vor Ort am besten. Auf Erkundungstouren fällt Ihnen vielleicht auf, dass in Madagaskar anders als in einigen anderen südlichen Ländern niemand vor der Haustür sitzt – auch das ist fady. Die Türschwelle gilt als der „Weg der Geburt und des Wachstums“ und darf auf keinen Fall blockiert werden, damit das Wachstum von Reis, Glück und Wohlstand nicht gefährdet wird.

In Madagaskar leben ganz unterschiedliche Völker, deren Traditionen und Rituale nach wie vor gepflegt werden. Eine ganz besondere Tradition ist Famadihana, die Umwendung der Toten, die immer im August/September stattfindet Im Merina oder Betsileo-Volk ist es üblich, die vom Körper eines Verstorbenen übriggebliebenen Knochen nach einiger Zeit im Rahmen eines großen Festes aus dem Familiengrab zu nehmen. Die Knochen werden in frische Leintücher gewickelt. Im Laufe der Feier tanzt jeder mit den Überresten – für ein glückliches Leben im Jenseits. Zum Ende des Festes gräbt man die Knochen mit vielen Geschenken wieder ein. Übrigens: Ausländer auf der Feier sollen besonders viel Glück bringen und werden daher gern zum Totentanz eingeladen.

Diese Seite teilen:
  • Facebook